Januar-2026

| 30. Januar |


Ich denke kurz darüber nach,
wie man wirkt.

Es hält nicht lange.

Man merkt es sofort,
wenn jemand etwas sein will.

Es entsteht nichts dabei.

Ich lasse es.

Der Tag verlangt nichts.
Ich auch nicht.

| 25. Januar |


Der Kreis ist kleiner.
Unauffällig.

Ein paar Namen fehlen.
Ich suche sie nicht.

Gespräche enden früher.
Manches beginnt nicht mehr.

Ich erkläre weniger.
Ich lasse mehr stehen.

Nicht aus Vorsicht.
Aus Genauigkeit.

Ein Satz bleibt unausgesprochen.
Er reicht.

Was bleibt, ist still.
Und genug.

| 19. Januar |


Der Frost ist da.
Nicht überraschend.

Die Luft ist klar.
Sie bleibt stehen.

Ich weiß von der Nacht.
Vom Polarlicht.
Nicht gesehen.

Der Tag trägt es mit.
Ohne Hinweis.

Die Dinge wirken fester.
Nicht anders.

Ich gehe hinaus.
Kurz.

Der Atem ist sichtbar.
Sonst nichts.

| 15. Januar |


Der Morgen ist längst vorbei.
Der Tag hat begonnen,
aber er fühlt sich nicht neu an.

Ich bewege mich durch Räume,
ohne etwas zu suchen.
Die Dinge stehen an ihren Plätzen.
Nichts ist verschoben.

Ein Geräusch von draußen.
Kein besonderes.
Es trägt nichts heran,
es nimmt nichts mit.

Ich merke, dass ich langsamer werde,
ohne langsamer zu gehen.
Die Zeit zieht nicht,
sie liegt.

Ich denke an nichts Konkretes.
Auch das bleibt.

Später werde ich sagen können,
dass es ein normaler Tag war.
Jetzt stimmt das noch nicht.

| 09. Januar |


Es ist später am Tag.
Nicht Abend.

Das Licht ist da,
aber es hat keine Richtung.

Ich bleibe stehen,
ohne zu warten.

Es gibt nichts,
das fehlt.

Ich gehe weiter.

| 03. Januar |


Der Cappuccino steht links.
Er wird kalt.

Ich trinke ihn nicht sofort.
Ich sitze da.

Der Tag beginnt nicht.
Noch nicht.

Der Cappuccino ist in Ordnung.

Ich stehe irgendwann auf.

Zurück zum Magazin